Eigenerzeugung.

Effizient produzieren.

Textabschnitt 564

Versorgung sichern. Umwelt entlasten. Kunden kostengünstig, umweltschonend und sicher mit Energie zu beliefern, ist der zentrale Auftrag der Mainova. Um dem nachzukommen, verfolgt das Unternehmen seit jeher die Strategie, Wärme und zunehmend Strom selbst zu produzieren. Denn eine Verlängerung der Wertschöpfungskette ist ein Schlüssel zum Erfolg.

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Abgasreinigung und Turbinenrevision
Abgasreinigung und Turbinenrevision

Textabschnitt 565

Revision einer Kraftwerksturbine im HKW West
Revision einer Kraftwerksturbine im HKW West

Die Mainova blickt bei der Erzeugung auf ein erfolgreiches Jahr zurück. „Wir haben unsere Ziele erreicht“, stellt Lothar Huber, Bereichsleiter Erzeugung/Asset Heizkraftwerke, zufrieden fest. In Zahlen heißt das: Im Jahr 2009 speiste die Mainova insgesamt etwa 135.000 Megawattstunden mehr Strom ins Netz ein als im Jahr zuvor. Außerdem verzeich­nete die Mainova ein Plus von rund 35.000 Megawattstunden beim Verkauf von Wärme. „Hier hat uns sicherlich die Witterungsentwicklung Ende 2009 unter die Arme gegriffen“, räumt Lothar Huber ein.

Höhere Eigenerzeugung. Die Mainova erhöhte damit ihre Eigenerzeugungsquote im vergangenen Jahr weiter auf rund 42 Prozent der für das Jahr 2015 anvisierten Zielmenge. 2010 wird die Eigenerzeugungsquote auf 66 Prozent steigen. Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem auf zwei wegweisende Beteiligungen zurückzuführen. Die Mainova erwarb einen Anteil von 12,5 Prozent am On­shore-Windpark Havelland in Brandenburg, an dem zwei weitere Partner beteiligt sind, und schuf sich so ein weiteres Standbein. Rund 40.000 Megawattstunden Ökostrom wird der Windpark zur Eigenproduktion beisteuern. Die Mainova ist zudem an Deutschlands effizientestem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) im bayerischen Irsching beteiligt. „Beim Abnahmeversuch hat die Anlage für diesen Kraftwerkstyp mit 59,67 Prozent einen Wirkungsgradrekord aufgestellt“, betont Lothar Huber. Rund 500.000 Megawatt­stunden Strom erzeugt die moderne GuD-Anlage pro Jahr für die Mainova. Der Erwerb dieser Kapazität allein steigerte die Eigenerzeugungsquote um knapp 21 Prozent. Dank seiner Effizienz kommt das GuD-Kraftwerk in Irsching auch dann noch zum Einsatz, wenn ältere Gas-Kraftwerke bereits nicht mehr ökonomisch betrieben werden können. „Sollte die Bundesregierung die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängern, schmälert das in jedem Fall die Marktchancen für die kommunalen Stromerzeuger und führt zu Wettbewerbseinschränkungen. Auch neue, hocheffiziente Kraftwerke wären davon betroffen“, ist sich Lothar Huber sicher.

Der Ausbau der Eigenerzeugung geht bei der Mainova Hand in Hand mit einem kontinuierlich steigenden Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK. „Je mehr wir Strom- und Wärmeerzeugung miteinander verbinden, desto höher ist die Effizienz in unserem Kraftwerkspark“, erklärt Lothar Huber. Schließlich gilt es immer, den eingesetzten Brennstoff so weit wie möglich in Wärme und Strom umzuwandeln.

Verbundene Netze. Es ist beschlossen, das Fernwärmenetz weiterhin auszubauen und schrittweise die Inselnetze „Innenstadt“, „Niederrad“ und „Nordweststadt“ miteinander zu verbinden. Denn je universeller die Einspeisemöglichkeiten der Kraftwerke ins Wärmenetz sind, desto besser lässt sich das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung nutzen. Ist der Zusammenschluss der momentan noch getrennten Teilnetze in ein großes, zusammenhängendes Fernwärmenetz erst einmal fertiggestellt, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten hinsicht­lich der Berücksichtigung von Kosten- und Umweltaspekten bei der Produktion von Wärme und Strom. Mit der Realisierung dieses Zusammenschlusses können dann verschiedene Wärmeerzeuger mit verschiedenen Energieträgern in das entstehende Mainova-Verbundnetz einspeisen. Bereits Ende 2009 starteten die Bauarbeiten für die Verbindung zwischen dem Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt und dem Uni-Campus Westend. Parallel dazu haben die Planungsarbeiten zur Verbindung vom Heizkraftwerk West zum Heizkraftwerk Niederrad begonnen.

Ein so ambitioniertes Ziel wie der geplante Fernwärmeverbund beeinflusst natürlich maßgeblich die Investitionen in den kommenden Jahren: Auf längere Sicht stehen die teilweise Umstellung des Dampfnetzes in der Innenstadt auf Heißwasser sowie ein weiterer Netzausbau an. Am Standort West ist die Erneuerung einer Gegendruckturbine in der Projektierung, die Dampf für die Fernwärmeversorgung bereitstellt. „Wir prüfen derzeit auch die Möglichkeiten, die Gasturbinenanlage im Heizkraftwerk West in eine GuD-Anlage umzubauen. Mit Hilfe dieser Maßnahmen werden wir weiterhin unseren KWK-Anteil oberhalb von 25 Prozent realisieren“, erklärt Lothar Huber.

Für die Zukunft planen. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet nehmen in der Strategie der Mainova eine Schlüsselrolle ein. Der Blick richtet sich aber auch über diese Grenze hinaus. 2009 hat die Mainova deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, die den zukünftigen Energiebedarf und die Entwicklungen auf dem Stromerzeugungsmarkt in Deutschland und den europäischen Nachbarländern ins Visier nahm. „Anhand dieser Ergebnisse erarbeiten wir unsere Erzeugungsstrategie“, sagt Lothar Huber. Dabei unterliegen diese Planspiele einer entscheidenden Prämisse: Alles, was die Mainova heute in Erwägung zieht, ist auch auf Auswirkungen einer möglichen Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke überprüft. „Wie auch die politische Entscheidung zur Kernenergie ausfällt, werden wir dank unseres breit gefächerten und hoch effizienten Kraftwerksparks gut für die Zukunft aufgestellt sein“, bilanziert Lothar Huber.

Es gilt, die Eigenerzeugung von derzeit 2,4 Terawattstunden auf 3,6 Terawattstunden in den kommenden fünf Jahren unter Berücksichtigung struktureller Veränderungen auszubauen. Es ist erklärtes Ziel, bis 2015 über einen Anteil von mehr als 20 Prozent an CO2 neutraler Stromerzeugung zu verfügen und auf diese Weise etwa 600.000 Tonnen CO2 einzusparen. Um dieses Ziel zu erreichen, treibt die Mainova den Ausbau auf dem Sektor der regenerativen Energien stetig voran. „Die wesentliche elektrische Arbeit bei den Regenerativen werden Windkraftanlagen liefern“, erklärt Lothar Huber.

Geplant sind Beteiligungen an zwei Offshore- und einer Onshore-Anlage mit jeweils 25 Megawatt Leistung. Daneben will die Mainova auch weiterhin die Energie der Sonne zur Stromgewinnung nutzen. Biomasse zur Produktion von Biogas wie auch zum Einsatz in Kesselfeuerungen bietet eine weitere gute Möglichkeit zur Energieversorgung im Rhein-Main-Gebiet. „Diesbezüglich entwickeln wir derzeitig mit Hilfe von Partnern nachhaltige Konzepte, die zeitnah verwirklicht werden sollen. All diesen Maßnahmen liegt die jüngst verabschiedete Erzeugungsstrategie zugrunde, deren Umsetzung wir mit aller Energie vorantreiben wollen.“

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Blick vom Osthafen auf die City
Blick vom Osthafen auf die City

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Das Wärmenetz der Mainova wächst kontinuierlich. Vor dem Hintergrund des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes gewinnt dieses Netz vor allem bei Betreibern großer Immobilien an Bedeutung. Denn die Fernwärme der Mainova wird dank des hohen Anteils aus Kraft-Wärme-Kopplung vor dem Gesetz als regenerative Energie angesehen. Folgerichtig schwenken immer mehr Unternehmen auf umweltschonende Fernwärme um.

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